Wedgwood aus Wermsdorf?

Neues Buch beleuchtet die Steingutproduktion auf Schloss Hubertusburg

Ganz druckfrisch ist dieser Tage der neuste Teil der Hubertusburger Schriften erschienen. Der aktuelle Band beschäftigt sich mit einer ganz speziellen Seite der Geschichte des Schlosses, „Die Fayence- und Steingutmanufaktur Hubertusburg 1770 – 1848“.
In England hatte 1720 der Töpfer Astbury das Steingut erfunden und sein Landsmann Wedgwood verbesserte es um das Jahr 1750 weiter. Wedgwood stellte unter anderem ein Fabrikat mit der Bezeichnung „Queensware“ her. Dieses begann man ab 1778 in Hubertusburg in Form und Farbe zu kopieren. In Hubertusburg? – werden Sie fragen. Ja, ein gewisser Tännich begann 1770 in leer stehenden Räumen des geplünderten Schlosses eine Fayencemanufaktur einzurichten, die später Steingut herstellte. Um 1800 hatte diese um die 100 Beschäftigten. In der Zeit der Napoleonischen Herrschaft wirkte sich auch die gegen England gerichtete Kontinentalsperre günstig auf den Absatz Hubertusburger Erzeugnisse aus. Dabei nutzte die hiesige Fabrik den gefälschten Stempel „Wedgwood“ zur Irreführung der Käufer. Wenn also der eine oder andere Leser vielleicht noch ein solches altes Erbstück sein Eigen nennt, so muss es nicht aus England, sondern kann auch aus Wermsdorf stammen. Die Qualität ist jedoch genauso gut wie echte englische Ware, denn das Betriebsgeheimnis hatten die Hubertusburger aus Magdeburg von einer Familie Guichard, in deren Fabrik Engländer echte Wedgwood – Keramik herstellten.
Recherchen in Museen und Archiven von Hamburg bis München brachten bisher Unbekanntes zu Tage. Manche Hubertusburger Keramik wurde dabei in ganz Deutschland wiederentdeckt. Dies und andere interessante Details, so auch die enge Verknüpfung der Kemmlitzer Kaolingewinnung mit den hiesigen Werkstätten, finden Sie im kürzlich erschienenen Heft 7 „Die Fayence- und Steingutmanufaktur Hubertusburg 1770 – 1848“ der Hubertusburger Schriften des Freundeskreises Schloss Hubertusburg e. V., das ab sofort in der Touristinformation der Gemeindeverwaltung Wermsdorf zum Preis von 3,00€ erworben werden kann.

Die Reihe „Hubertusburger Schriften“ ist eine Publikation des Freundeskreises Schloss Hubertusburg e. V. Die bisher erschienen Teile beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Kapiteln der wechselvollen Geschichte des Wermsdorfer Schlosses.
Folgende Hefte sind bisher erschienen:

  • Heft 1 „Eine Führung durch die Schlossanlage Hubertusburg“
    Autor: Dipl. Ing. Manfred John
  • Heft 2„Eine Führung durch die Katholische Kapelle im Schloss Hubertusburg“
    Autor: Dr. S. Seifert, Dr. med. Georg Müller
  • Heft 3„Schloss Hubertusburg im Spiegel Europas in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts“
    Autor: Dr. med. Georg Müller
  • Heft 4„Der Siebenjährige Krieg und die Plünderung von Schloss Hubertusburg“
    Autor: Prof. Dr. Hans-Jürgen Arendt
  • Heft 5„Der Frieden von Hubertusburg 1763“
    Autor: Prof. Dr. Hans-Jürgen Arendt
  • Heft 6„Friedensstifter und Staatsreformer Thomas Freiherr von Fritsch“
    Autor: Prof. Dr. Hans-Jürgen Arendt
  • Heft 7„Die Fayence- und Steingut Manufaktur Hubertusburg 1770 – 1848“
    Autor:Dipl. Ing. Manfred John
  • Sonderheft „Schloss Hubertusburg – Baugeschichte und Ausblick“
    Autor:Prof. Dr. Dr. Kurt Milde

Alle bisher erschienen Teile der Hubertusburger Schriften sind in der Touristinformation Wermsdorf, Altes Jagdschloss 1, 04779 Wermsdorf zum Preis von jeweils 3,00 € erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel.: 034364 – 81132.

Hubertusburger Schriften

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