Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /homepages/28/d71418549/htdocs/de.wermsdorf/redaxo/include/classes/class.rex_article_base.inc.php(395) : eval()'d code on line 6
Wüste Schloss Hayn / Wermsdorf " />

Wüste Schloss Hayn im Wermsdorfer Wald

Es handelt sich um die Reste einer mittelalterlichen Wasserburg, die auf alten Landkarten auch unter dem Namen „Hahn“ vermerkt ist. Für Passanten ist sie infolge wilden Pflanzenwuchses heute aber kaum noch wahrnehmbar. Die eigentliche Sumpfburg ist von mehreren äußeren Gräben umgeben. Sie selbst hat nur einen Durchmesser von ca. 80 bis 100 m.

Bei bisherigen Grabungen wurden zwei mittelalterliche Scherben gefunden, die 1934 dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden überlassen wurden.

 

Die Sage von Schloss Hayn:

Einst war in Calbitz Tanz. In fröhlicher Stimmung verließen die Dorfmusikanten spät in der Nacht den Ort und wanderten ihren Heimatdörfern zu. Dabei kamen sie in die Nähe des Wüsten Schlosses Hayn. In seinem Übermut machte einer der Musikanten den Vorschlag, dem Schlossherrn ein Ständchen zu bringen. Alle waren einverstanden und die rauen Töne der Dorfmusikanten erklangen durch die Stille des nächtlichen Waldes.

Kaum hatten sie das zweite Stück begonnen, da erschien auf den verfallenen Mauern ein graues Männchen mit einem langen Barte. Vor Schreck hörten die Musikanten mitten im Stück auf zu spielen. Doch das Männlein winkte ihnen freundlich zu. Endlich wagten sie näher zu treten. Das Männlein verkündete ihnen: „Der Schlossherr hat sich über das Ständchen gefreut, das ihr ihm gebracht habt und schenkt jedem von euch eine Wurst zum Lohne.” Mit diesen Worten verschwand es.
Starr vor Schreck blickten sich die Musikanten an und schlichen leise von der unheimlichen Stätte fort. Neugierig versuchten sie von dem Geschenk zu kosten, doch die Wurst war so hart, dass sie allen Angriffen widerstand. Aus Ärger warfen sie die Wurst weg. Nur einer steckte sie in die Tasche.

Im Heimatdorfe angekommen, versprachen sie einander, niemand davon zu erzählen, um nicht ausgelacht zu werden. Der eine ließ sich seine Wurst zum Mittagsmahle zurichten. Als er sie anschnitt, fielen lauter blanke Goldstücke heraus. Gar bald erfuhren das die Nachbarn. Schnell machten sich die anderen Musikanten auf, um die weggeworfenen Würste zu suchen. Doch vergebens. Die Musikanten zogen traurig heimwärts. Von einem hohen Baum rief ihnen ein Vöglein nach: Tschitschipä, Tschitschipä!”
(Quelle: Mannewitz, Heimatbuch für Schule und Haus)