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Teiche und Seen

Die 26 Teiche der Teichwirtschaft Wermsdorf sind zum Zwecke der Fischzucht künstlich angelegte Gewässer. Als Auftraggeber gelten die einflussreichen Feudalherren von Starschedel zu Mutzschen. In Bachniederungen ließen sie vor etwa 500 Jahren Dämme aufschütten, vor denen sich das Wasser staute.

 

Erstmalige Erwähnung fanden die Teiche 1533 in einem Lehnbrief.

 

 

1577 kaufte der sächsische Kurfürst August I. – zwölf Jahre nach dem Erwerb des Ortes Wermsdorf und des Wermsdorfer Waldes – die damals noch Mutzschener Teiche genannten Gewässer von den Starschedels. Etwa 200 Jahre bewirtschafteten die sächsischen Kurfürsten bzw. Könige durch einen Oberlandesfischereimeister, anfangs mit Sitz in Torgau, die Teiche selbst. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurden sie, mit kurzen Unterbrechungen, verpachtet.

 

Einen tiefen Einschnitt in die Struktur der Teichwirtschaft bedeutete Mitte des 19. Jahrhunderts die Trockenlegung von zehn zum Teil auch großen Teichen. Trockengelegt wurden z. B. der Kuhteich oberhalb des Häuschenteiches östlich der Straße Wermsdorf-Luppa und der Göttwitzsee, ebenso mehrere kleine Teiche im Ort Wermsdorf. 13 Teiche wurden durch Neubau und Wiederanstau trockenliegender Teiche neu geschaffen.

 

Nach dem 2. Weltkrieg kam die Teichwirtschaft Wermsdorf zur Staatsteichwirtschaft Königswartha bei Bautzen, bis 1953 der VEB Binnenfischerei Wermsdorf gegründet wurde. Die Wermsdorfer Teichwirtschaft war eine von 14 Betriebsteilen dieses Unternehmens im Bezirk Leipzig. Eine umfangreiche Bautätigkeit prägte die Entwicklung der folgenden 40 Jahre.

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Die Wasserfläche verdoppelte sich auf 314ha. So wurde 1959 der 45ha große Göttwitzsee nach fast 100- jähriger Trockenlegung wieder geflutet und von 1981 bis 1984 der Döllnitzsee einschließlich Vorsperre neu gebaut. Er ist mit 86ha der größte, tiefste und wasserreichste Wermsdorfer Teich. Am bekanntesten ist jedoch der Horstsee. Er ist benannt nach der mitten im Teich liegenden markanten Insel, die in alten Urkunden als „die Horst“ bezeichnet wird. Sie wurde künstlich mit dem Boden aufgeschüttet, der bei der Vertiefung der Wasserscheide Elbe/Mulde anfiel, die im Teich liegt. Der Hauptdamm des Horstsees dient gleichzeitig als Staatsstraße und Autobahn-Zubringer von Oschatz und Torgau zur Anschlussstelle Mutzschen der A 14. Einen großen Anziehungspunkt für zehntausende Besucher aus nah und fern bildet das jährlich stattfindende Horstseefischen. Hier lässt sich der traditionelle Fischzug verfolgen, können fangfrischer Fisch gekauft und viele Fischspezialitäten gekostet werden. Heute sind die Wermsdorfer Teiche Eigentum des Freistaates Sachsen und seit 1992 an den Fischwirtschaftsmeister Georg Stähler verpachtet. Hauptfisch der Wermsdorfer Teichwirtschaft ist wie von Anbeginn der Karpfen. Er eignet sich besonders für die Fischzucht in Teichen und ist seit über 1000 Jahren domestiziert. Außer dem Karpfen werden viele Nebenfische erzeugt: Schleien, Hechte, Barsche, Plötze, in den letzten Jahren auch Zander, Störe und Welse. Die Wermsdorfer Teiche sind nicht nur Heimat der Nutzfische, sondern auch einer Vielzahl zum Teil seltener Tier- und Pflanzenarten. Eine ausgewogene, naturintegrierte fachgerechte Fischproduktion gewährleistet, wie schon seit Bestehen der Teiche, den Erhalt dieser herrlichen Teichlandschaft.

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