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Calbitz

Namensherkunft:

Der Ortsname ist slawischer Herkunft. Das slawische Wort kalu bedeutet Sumpf, und es wird folgendes abgeleitet: Kalowice – Ort im sumpfigen Gelände.
Die Schreibweise des Ortsnamens wurde oft verändert (vermutlich lag das aber oft daran, dass die Schreiber so schrieben, wie sie sprachen, damals gab es noch keine einheitliche Rechtschreibung):

  • 1292 Kaluwyzc
  • 1311 Caluiz
  • 1350 Kalewicz
  • 1428 Kalewitz
  • 1552 Kolbitz
  • 1570 Kolwitz

Ersterwähnung:

Das älteste auffindbare Schriftstück, in dem Calbitz erstmals erwähnt wird, ist eine Beurkundung des Bischof Witego von Meißen. In dieser ist festgehalten worden, dass „die Äbtissin, Probst Wichard und der Konvent des Benediktinerinnenklosters Mariental (Sornzig) bei Mügeln zur Aufbesserung ihrer durch Raub und brandverwüsteten Güter von den Brüdern Tammo, Friedrich und Albert gen. von Mahris einen Zehnten von 30 Scheffeln Roggen und Hafer in Calbitz… und ein Drittel eines Zehnten von sieben Hufen in Altenhain gekauft haben… “ Meißen 1292, Oktober 18.

Ortscharakteristik:

Calbitz ist ein Rittergutsdorf mit einer Mischung von kleineren Häusern der Rittergutsarbeiter und verschiedenen Bauerngütern. Es zählt zu den Straßendörfern. Es wird geschätzt, dass schon im 11. Jahrhundert ein Rittergut Altkötitz bestand. 1476 gehörte zu diesem Rittergut der Marktflecken Calbitz, die Wüstungen Altenhain, Netthausen und eine Sandmühle. Nach mehrmaligen Bränden bis 1690, wurde Neukötitz als alleiniges Rittergut wieder aufgebaut. Am Ende des 19. Jahrhunderts wird das Rittergut so beschrieben, wie es annähernd bis1945 bestanden hat. Dazu gehörte das Herrenhaus (Rittergutsschloss), das Inspektorhaus, die Ställe, ein Brau- und Malzhaus, eine Schäferei mit Schäferwohnung, die Gutschmiede und der große Park als herrschaftlicher Lustgarten. Das Schloss wurde 1945 gesprengt.

Durch Calbitz führt die Bundesstraße B 6, welche bereits in früheren Zeiten eine wichtige Handels- und Verkehrsverbindung Ost – West war und die „Hohe Landstrasse“ genannt wurde. Die wichtige Bedeutung dieser Straße als Transportweg für Frachtgut, Tiere und Reisende lässt ahnen, dass auch in Calbitz bestimmtes Handwerk und Wirtschaften geblüht haben.

Auch wurde Markt abgehalten in Calbitz, wo die Händler nicht nur aus Sachsen, sondern auch aus Polen und anderer Länder Europas ihre Ware feilboten. Bis 1480 gab es in Calbitz das Marktrecht, welches dann nach Mügeln verkauft wurde. Rund um seinen dreieckigen Marktplatz hat Calbitz seinen dörflichen Charakter bewahrt. Mehrere schöne Fachwerkhäuser sowie mächtige Hofbäume an zwei Dreiseit-Bauernhöfen prägen das Ortsbild. Die Kirche in Calbitz (mit Kötitz) zählt zu den bedeutenden Baudenkmälern der Region (Wehrkirche mit barocker Haube auf dem Turm).

Noch in Betrieb ist am Ortsausgang Richtung Oschatz die so genannte Sandmühle (Schrotmühle), die älteste und einstige Wassermühle des Ortes. Am Markt findet man die historische Gaststätte „Drei Lilien“. Sie war von 1704 –1725 Zwischenstation mit Pferdewechsel auf der Postkutschen–Strecke Leipzig – Dresden. Auch die „Grüne Tanne“ hat Geschichte. Bereits im Mittelalter war sie Rasthof an der Hohen Straße, die von Leipzig nach Polen führte. Pferdefreunde können im Reitstall Sachse Ausgleich zum Alltagsstress suchen.

Sehenswertes:

  • Liebevoll restaurierte 3 u. 4-Seitenhöfe
  • Kleine denkmalgeschützte Kirche
  • Kötitzer Skulpturenpark
  • Gasthaus „Drei Lilien“
  • Gasthaus „Grüne Tanne“
  • Lämmchen

Traditionen / Feste:

  • Parkfest im Kötitzer Skulpturenpark
  • Osterbaum schmücken
  • Maibaumstellen
  • Seniorennachmittage im Lämmchen
  • Weihnachtsbaumstellen

 

Vereine:

  • Heimatverein Calbitz e.V.
  • Sportgemeinschaft Calbitz e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Kleingärtner Calbitz e. V.
  • Weitere Informationen: www.calbitz.de